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Das Filtern ausgehender Pakete ist - sofern den Usern des lokalen Netzes
Vertrauen entgegen gebracht wird - deutlich unkritischer, als das Filtern
eingehender Pakete. Auf der anderen Seite ist es natürlich in mancherlei
Hinsicht trotzdem ratsam, auch diese Pakete einer Prüfung zu unterziehen,
bevor man sie in die weite Welt entlässt. Auch hierzu folgt eine kurze
Darstellung der jeweiligen Kriterien.
Auch hier unterscheiden wir wieder zwischen Absender- und Empfängeradresse.
Beide Fälle bieten ein paar nennenswerte Kriterien für eine
Paketfilterfirewall:
Das Kriterium für die Senderadresse für abgehende Pakete ist simpel. Es muß
sich um eine im lokalen Netz gültige Adresse handeln. Also entweder um einen
bestimmten Adresspool, oder um eine klare Liste von Adressen, die wiederum
entweder fest vergeben sind, oder von einem DHCP-Server verwaltet werden.
Bei einer Vergabe von Adressen über DHCP kommt es beim Aufbau der Verbindung
zu einer speziellen Situation, die aber nur dann eine Rolle spielt, wenn
sich der DHCP-Server außerhalb des zu schützenden Netzes befindet. Und das
ist grundsätzlich keine gute Idee.
Bei der Frage der Filterung nach der Empfänger-Adresse abgehender Pakete,
gibt es zwei wesentliche Bereiche. Wir unterscheiden hier grundsätzlich, ob
das Paket an einen Server im Internet gerichtet ist, oder ob es an einen
Client im Internet geht, der einen Server im LAN angesprochen hatte.
- Pakete an einen Server im Internet:
Hier ist es möglich, bestimmte IP-Adressen oder DNS-Namen komplett zu
sperren, weil es unerwünscht ist, daß aus dem LAN heraus diese Dienste
angenommen werden. Es kann auch z.B. ein bestimmtes Protokoll (z.B. POP3
oder IMAP) an einen bestimmten Rechner gebunden werden, alle anderen
Adressen werden nicht durchgelassen...
- Pakete an einen Client im Internet:
Unser Netz hat vielleicht ein paar öffentliche Server, die von jedem Client
aus benutzt werden dürfen (Webserver, FTP-Server...), es hat aber
andererseits auch Dienste im Angebot, die nur für bestimmte Rechner im Netz
zur Verfügung stehen sollen. So etwa die Filiale in einer anderen Stadt,
deren IP-Adresse wir kennen. In so einem Fall ist es durchaus sinnvoll,
nicht nur die eingehenden Pakete, sondern eben auch die ausgehenden Pakete
von der Firewall unterdrücken zu lassen.
Auch hier unterscheiden wir wieder zwischen Absender- und Empfängerport.
Für ersteren ist zu bemerken, daß ein Absenderport eines Clients aus dm
lokalen Netz grundsätzlich eine Portnummer aus dem unprivilegierten Bereich
haben sollte, Serverprozesse des lokalen Netzes können wiederum nur die
zugelassenen Ports benutzen. Hier haben wir wiederum eine doppelte
Möglichkeit, zu verhindern, daß ungewollte Dienste ins globale Netz
gelangen.
Die Empfängerports haben eine ähnliche Beschränkung. Wenn ein Serverprozess
aus dem lokalen Netz ein Paket an einen Client im Internet schickt, so darf
der Empfängerport nur ein unprivilegierter sein. Umgekehrt vermeiden wir das
Senden von Paketen, mit privilegierten Portnummern von unseren Clients ins
Internet.
Wie bei den ankommenden Paketen, können wir auch bei den abgehenden Paketen
die Statusflags nutzen, um zu entscheiden, ob ein Paket von einem Client
oder von einem Server stammt.
- Wenn ein lokaler Client einen Dienst im Internet anspricht, dann ist
im ersten Paket nur sein SYN-Flag gesetzt, nicht jedoch das ACK-Flag. Alle
weiteren Pakete haben nur noch das ACK-Flag gesetzt, nicht jedoch das
SYN-Flag.
- Wenn ein lokaler Server einen Dienst im Internet anbietet, dann sind
im ersten Paket, das er verschickt beide Flags (SYN und ACK) gesetzt, alle
weiteren Pakete haben nur das ACK-Flag gesetzt.
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