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Die vorliegende Dokumentation beschreibt Funktionsweise, Aufbau und Wartung
eines Firewallrechners unter Linux. Sie ist als begleitendes Material für
eine Schulung gedacht, nicht als Selbststudium-Hilfe. Das Thema Firewall
ist ein weit gefächerter Bereich, der hier nicht abschließend behandelt
werden kann, es sollen die in der Schulung und dem Aufbau vorkommenden
Punkte besprochen und dargestellt werden.
Eine Firewall ist ein Sicherheitssystem, das - wie alle anderen
Sicherheitssysteme auch - im Idealfall nicht genutzt werden muß, weil z.B.
kein Angriff auf das Computersystem vorliegt. Wie aber bei
Sicherheitssystemen üblich, nützt uns dieses System nur dann, wenn es im
Bedarfsfall perfekt funktioniert. Für diese Garantie der perfekten Funktion
ist aber eine Sache wesentliche Voraussetzung: Das Verständnis der zugrunde
liegenden Technologie. Dieses Verständnis kann bei vielen Menschen, die mit
Computern zwar zu tun haben, diese aber nicht restlos verstehen, nicht
vorausgesetzt werden. Aus diesem Grund beginnt diese Beschreibung mit einem
Kapitel Netzwerkgrundlagen, die für viele vielleicht übertrieben genau
erscheint. Trotzdem muß - damit später die Funktionsweise der Firewall
hinlänglich sicher aufgebaut werden kann - dieses Wissen vorhanden
sein...
Die Beschreibung der Techniken bezieht sich hier auf ein Linux-System mit
einem Kernel der Versionen 2.2.x, der mit ipchains arbeitet. In den
früheren Versionen wurde statt dieser Technik ein Programm mit Namen ipfwadm eingesetzt, in der allerneuesten Kernelversion (2.4) wird eine neue
Technik (iptables) verwendet. In Sicherheitstechniken sollten aber
immer ausgereifte und erprobte Werkzeuge zum Einsatz kommen. Daher scheint
mir ipchains die beste Lösung darzustellen. Der Umstieg auf die neue
Technik ist - im wesentlichen - auch nur ein syntaktischer, die Regeln
bleiben größtenteils die selben.
Diese Dokumentation kann eines nicht sein, eine Einführung in bzw. ein
Lehrgang für Linux selbst. Es werden hier also weder die Installation, noch
die grundlegenden Techniken des Umgangs mit Linux beschrieben. Eine
Stand-alone-Firewall mit Linux bedarf allerdings auch nicht einer großen
Verwaltungsarbeit, so daß ein durchschnittliches Wissen um Linux sicher
ausreichend ist, um die hier beschriebenen Vorgänge nachzuvollziehen und
reproduzieren zu können. Wo immer es notwendig ist, genaue Angaben zu
machen, wo bzw. wie etwas in Linux einzustellen ist, wird es ausreichend
beschrieben.
Da im vorliegenden Fall die Linux-Distribution der S.u.S.E GmbH eingesetzt
wird (S.u.S.E 7.0 Professional), beziehe ich mich im wesentlichen auch auf
die in dieser Distribution üblichen Dateien und Verzeichnisse. Im Großen und
Ganzen sollten aber alle Techniken - mit kleinen Änderungen - auch in
jeder anderen modernen Linux-Distribution implementierbar sein. Die
Unterschiede werden sich im Wesentlichen auf verschiedene Startdateien
reduzieren, in denen die entsprechenden Firewall-Regeln eingetragen werden.
Diese Startdateien sind in fast jeder Distribution unterschiedlich, daher
würde eine allgemeingültige Beschreibung den Rahmen dieser Dokumentation
sicher sprengen.
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